Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen

Die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (FSZM) sind ein düsteres Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte.

Bis im Jahre 1981 wurden zehntausende Kinder und Jugendliche oder auch Erwachsene, in Heime, in gewerblichen oder landwirtschaftlichen Betrieben oder durch behördliche Entscheide in geschlossene Einrichtungen, aber auch in Strafanstalten eingewiesen, und dies manchmal ohne Gerichtsentscheid. Sie haben oft körperliche und psychische Gewalt, Ausbeutung, Misshandlungen und sexuelle Missbräuche erlitten. Frauen waren manchmal gezwungen, eine Abtreibung, eine Sterilisation oder einer Adoption ihrer Kinder zuzustimmen. Einige Kinder und Jugendliche haben in den Heimen Medikamentenversuche erlitten. Man schätzt gegenwärtig mehrere zehntausend Personen.

Während Jahrzehnten waren die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen kaum ein öffentliches Thema. Das hat sich inzwischen geändert. Die Betroffenen und Opfer haben sich mittlerweile mit ihren Anliegen Gehör bei den Behörden und Institutionen verschaffen können.

In kurzer Zeit ist auf gesellschaftlicher und politischer Ebene vieles in Bewegung geraten und es hat ein Umdenken stattgefunden. Fast in Rekordzeit wurde ein Bundesgesetz zur Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen ausgearbeitet und vom Parlament mit deutlichen Mehrheiten beschlossen. Das Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG) und die Verordnung dazu sind am 1. April 2017 in Kraft getreten.

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen.

Wir laden Sie ein, sich auf dieser Website über verschiedene Aspekte und Hintergründe dieses vielschichtigen Themas näher zu informieren. 

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nach oben Letzte Änderung 12.06.2017

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