Illegale Adoptionen

Bereits in seiner Botschaft von 1999 zur Ratifikation der Haager Konvention von 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption durch die Schweiz hat der Bundesrat auf die seit Jahren angeprangerten Missbräuche auf internationaler Ebene hingewiesen. Die in den 80er und 90er Jahren aus dem Ausland adoptierten Kinder sind heute erwachsen. Einige haben sich auf die Suche nach ihrer Herkunft begeben und dabei rechtswidrige Praktiken bei ihrer Adoption ans Licht gebracht. Alle Aufnahmestaaten von Adoptivkindern sind heute mit solchen Fragen konfrontiert.

Bericht zu den illegalen Adoptionen aus Sri Lanka in den Achtzigerjahren

Am 16. März 2018 hat der Nationalrat das Postulat Ruiz 17.4181 "Licht ins Dunkel bringen. In den Achtzigerjahren wurden Kinder aus Sri Lanka in der Schweiz illegal adoptiert" angenommen. Das Postulat beauftragt den Bundesrat, gemeinsam mit den Kantonen die Praxis der privaten Vermittlungsstellen und der Behörden auf Kantons- und Bundesebene bei Adoptionen von Kindern aus Sri Lanka in den Achtzigerjahren zu untersuchen.

Der Bericht des Bundesrats, dessen Veröffentlichung auf Ende 2020 vorgesehen ist, umfasst voraussichtlich drei Themenbereiche:

  • Die historische Aufarbeitung des damaligen gesetzlichen Rahmens sowie der Praxis der Behörden und privaten Vermittlungsstellen bei internationalen Adoptionen. Hierfür wurde die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) beauftragt, einen unabhängigen Bericht für die Zeit zwischen 1973 und 1997 zu verfassen.
  • Die Unterstützung der betroffenen Personen bei der Suche nach ihrer Herkunft.
  • Eine Analyse der aktuellen Gesetzgebung zu internationalen Adoptionsverfahren sowie Empfehlungen zur Praxis und zum heutigen und künftigen gesetzlichen Rahmen.

Um eine möglichst breite Analyse gewährleisten zu können, wird der Bund bei seinen Arbeiten von einer Begleitgruppe unterstützt. Dazu gehören Vertreter der Kantone, Vertreter der Betroffenenorganisation "Back to the Roots" sowie eine Vertreterin aus der Politik.

Engagement des Bundes bei der Herkunftssuche

Der Bund unterstützt zusammen mit den Kantonen Betroffene bei der Herkunftssuche. Zu diesem Zweck wollen das BJ und die KKJPD eine Arbeitsgruppe speziell für die Herkunftssuche einsetzen, welche sich nicht auf Sri Lanka beschränkt.

Auf Schweizer Initiative hin hat sich ausserdem eine Gruppe europäischer Staaten mit Sri Lanka auf ein Zusammenarbeitsprotokoll zur Behandlung von Anträgen zur Herkunftssuche in Sri Lanka geeinigt. Adoptierte, welche ein solches Ersuchen nach Sri Lanka übermitteln möchten, können sich an die Auskunftsstelle ihres Wohnsitzkantons wenden.

Engagement des Bundes gegen illegale Adoptionen

Die Schweiz engagiert sich bei der Haager Konferenz in einer Arbeitsgruppe zur Prävention von rechtswidrigen Praktiken und deren Behebung auf dem Gebiet von internationalen Adoptionen.

Dokumentation

nach oben Letzte Änderung 27.02.2020