Spielsucht

Alle Kantone haben – einzeln oder in Zusammenschlüssen – interkantonale oder kantonale Konzepte für den Bereich der Spielsuchtprävention erarbeitet. Damit geeignete Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Spielsucht getroffen und finanziert werden können, sind die Lotterie- und Wettunternehmen gemäss Artikel 18 Absatz 1 des Lotteriekonkordates verpflichtet, den Kantonen eine Abgabe von 0.5 % der in ihren Kantonsgebieten mit den einzelnen Spielen erzielten Bruttospielerträgen zu leisten. Die Kantone haben die Abgabe zur Prävention und Spielsuchtbekämpfung einzusetzen. Das Lotteriekonkordat sieht auch eine Zusammenarbeit unter den Kantonen vor, falls die Mittel bei Bedarf schwerpunktmässig und kantonsübergreifend eingesetzt werden sollten. Mit den Mitteln können auch Konzepte und Kampagnen der Lotteriegesellschaften unterstützt und Massnahmen wie das Einrichten von Helplines, Beratungen von problematischen oder Behandlungen von pathologischen Spielern, Präventionskampagnen, Forschungsprojekte usw. finanziert werden. Mittlerweile sind auch zahlreiche Organisationen und Beratungsstellen entstanden, die sich dem Problem der Spielsucht und deren Behandlung widmen und an die sich gefährdete oder erkrankte Spielerinnen und Spieler wenden können. Die Kantone haben zu diesem Zweck eine Gratistelefonnummer und eine Internetseite eingerichtet:

In den letzten Jahren wurde das Thema Glücksspiel und Spielsucht in der Schweiz von verschiedenen Fachstellen bzw. -personen untersucht. Die in verschiedenen Studien erhobenen Prävalenzraten für problematisches Spiel variieren zwischen rund 0.7 % und 2.8 % der Bevölkerung, diejenige für pathologisches Spielen zwischen rund 0.5 % und 0.8 %.

Grundlagenstudie Spielsucht 2006/2007 und Folgestudie 2008 (Universität Bern, Brodbeck, Znoj)

nach oben Letzte Änderung 14.08.2014