Veröffentlicht am 25. Februar 2026
Gewaltfreie Erziehung
Worum geht es?
Der Bundesrat wurde mit der Motion 19.4632 Bulliard-Marbach (Gewaltfreie Erziehung im ZGB verankern) beauftragt, im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) einen Artikel aufzunehmen, in dem für Kinder das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert wird.
Wie das Anliegen der Motion 19.4632 umgesetzt werden könnte, hat der Bundesrat bereits in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats 20.3185 Bulliard-Marbach (Schutz von Kindern vor Gewalt in der Erziehung) geprüft und dazu einen entsprechenden Lösungsvorschlag für eine ausdrückliche Verankerung der gewaltfreien Erziehung im ZGB gemacht.
Was ist bisher geschehen?
- Am 19. Oktober 2022 verabschiedet der Bundesrat den Bericht in Erfüllung des Postulates 20.3185 Bulliard-Marbach (Medienmitteilung).
- Am 23. August 2023 eröffnet der Bundesrat die Vernehmlassung zu einer Änderung des Zivilgesetzbuches (Medienmitteilung).
- Am 13. September 2024 nimmt der Bundesrat die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Änderung der des Zivilgesetzbuches zur Kenntnis und verabschiedet die Botschaft zuhanden des Parlaments (Medienmitteilung).
- Parlamentarische Beratungen (24.077)
- Am 25. Februar 2026 setzt der Bundesrat die Änderungen des Zivilgesetzbuches auf den 1. Juli 2026 in Kraft (Medienmitteilung).
Dokumentation
Elektronische Stellungnahmen ohne Gewähr. Einzig verbindlich ist die Fassung in Papierform.
- Botschaft
(BBl 2024 2516) - Entwurf
(BBl 2024 2517) - Medienmitteilung vom 13. September 2024
- Botschaft
- Schweizerisches Zivilgesetzbuch (Gewaltfreie Erziehung)
(BBl 2025 2892)
- Schweizerisches Zivilgesetzbuch (Gewaltfreie Erziehung)
Weitere Infos
25. Februar 2026
Gewaltfreie Erziehung
5. Februar 2026
Internationaler Kinderschutz
5. Februar 2026
Häusliche Gewalt
22. Oktober 2025
Teilrevision des Opferhilfegesetzes
1. Januar 2022
Schutz vor häuslicher Gewalt
Am 1. Juli 2020 bzw. 1. Januar 2022 in Kraft getreten (Bundesgesetz). Am 1. April 2018 in Kraft getreten (Istanbul-Konvention).
1. Januar 2019
Meldepflicht bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls
Am 1. Januar 2019 in Kraft getreten.
1. Juli 2007
Häusliche Gewalt
Am 1. Juli 2007 in Kraft getreten.
27. April 2026
Gemeinsam gegen häusliche Gewalt: Roadmap hat Fortschritte gebracht – weitere Massnahmen sind in Arbeit
Die Roadmap gegen häusliche und sexuelle Gewalt hat sich bewährt. Zu diesem Schluss kommen Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Kantonen am 27. April 2026 an einer gemeinsamen Veranstaltung in Bern. Bei der Bekämpfung von Gewalt innerhalb der Familie und namentlich gegen Frauen wurden wichtige Fortschritte erzielt. Die politischen Akteurinnen und Akteure haben aber gleichzeitig festgehalten, dass es unbedingt weitere Instrumente braucht. Diese sind bereits in Arbeit.
9. Oktober 2024
Rechtsmedizinische Hilfe für Gewaltopfer stärken
Die Hilfsangebote für Opfer insbesondere von häuslicher und sexueller Gewalt sollen ausgebaut werden. An seiner Sitzung vom 9. Oktober 2024 hat der Bundesrat die Vernehmlassung für eine entsprechende Teilrevision des Opferhilfegesetzes (OHG) eröffnet. Er schlägt vor, die medizinische Hilfe und den Zugang zur rechtsmedizinischen Dokumentation zu verbessern. Die Vernehmlassung dauert bis am 24. Januar 2025.
13. September 2024
Kinder besser vor Gewalt in der Erziehung schützen
Der Bundesrat will den Grundsatz der gewaltfreien Erziehung ausdrücklich im Gesetz verankern. An seiner Sitzung vom 13. September 2024 hat er die Vernehmlassungsergebnisse zu einer Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB) zur Kenntnis genommen und zuhanden des Parlaments die entsprechende Botschaft verabschiedet. Die vorgeschlagene Bestimmung verpflichtet die Eltern explizit, Kinder ohne Anwendung von Gewalt zu erziehen. Ausserdem soll der Zugang zu Beratungsangeboten für Eltern und Kinder verbessert werden.
30. Oktober 2023
Arbeitstreffen von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider mit der liechtensteinischen Ministerin Graziella Marok-Wachter
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und die liechtensteinische Ministerin für Infrastruktur und Justiz Graziella Marok-Wachter haben sich am 30. Oktober 2023 in Bern ausgetauscht. Im Zentrum des ersten bilateralen Arbeitstreffens der beiden Ministerinnen standen aktuelle Themen aus dem Bereich Justiz und Gesellschaft sowie die Festigung der guten und engen Zusammenarbeit.
23. August 2023
Die gewaltfreie Erziehung soll gesetzlich verankert werden
Der Bundesrat schlägt vor, den Grundsatz der gewaltfreien Erziehung explizit im Zivilgesetzbuch (ZGB) zu verankern. Er setzt damit einen Auftrag des Parlaments um. Die vom Bundesrat vorgeschlagene Bestimmung verpflichtet die Eltern explizit, in der Erziehung weder körperliche Bestrafungen noch andere Formen entwürdigender Gewalt anzuwenden. Damit soll insbesondere die Prävention gestärkt werden. Der Bundesrat hat am 23. August 2023 die Vernehmlassung für die Änderung des ZGB eröffnet.
26. Mai 2023
Bekämpfung der häuslichen Gewalt: Fortschritte bei der Umsetzung der Roadmap
Zwei Jahre nach Verabschiedung der Roadmap "Häusliche Gewalt" haben Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Kantonen am 26. Mai 2023 eine positive Zwischenbilanz gezogen. Ein Bericht dokumentiert Fortschritte bei der Umsetzung der Massnahmen zur Bekämpfung der häuslichen Gewalt. Die Kantone etwa wollen bis Anfang 2025 eine zentrale Telefonnummer für die Beratung von Gewaltopfern etablieren. Ausserdem haben die politischen Akteure beschlossen, die Roadmap um das Thema sexuelle Gewalt zu erweitern. "Wir wollen ein klares Zeichen setzen: Häusliche und sexuelle Gewalt wird in der Schweiz nicht toleriert", sagt Justizministerin Elisabeth Baume-Schneider.
19. Oktober 2022
Gewalt in der Erziehung: Prävention statt neue Gesetze
Die geltenden Gesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt in der Erziehung sind ausreichend. Ein neuer Gesetzesartikel ist nicht nötig. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem Bericht, den er an seiner Sitzung vom 19. Oktober 2022 verabschiedet hat. Im Auftrag des Nationalrats legt er aber eine Formulierung für eine Bestimmung im Zivilgesetzbuch (ZGB) vor, mit der die gewaltfreie Erziehung im Sinne eines Leitbildes im Gesetz verankert werden könnte.
3. Dezember 2021
Elektronische Hilfsmittel: Bundesrat will mehr Schutz für Opfer häuslicher Gewalt
Der Bundesrat will Opfer häuslicher Gewalt mit elektronischen Hilfsmitteln besser schützen. Richtig eingesetzt, können sie dem Opfer mehr Sicherheit bieten und seine Lebensqualität erhöhen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat gestützt auf die Ergebnisse einer externen Studie. Einen Bericht dazu hat er an seiner Sitzung vom 3. Dezember 2021 verabschiedet. Der Bundesrat begrüsst deshalb auch die bereits laufenden Arbeiten der Kantone und empfiehlt ihnen, die Ergebnisse der externen Studie und des vorliegenden Berichts in ihre künftigen Überlegungen einzubeziehen.
2. November 2021
Nationale Konferenz Gewalt: Verbesserter Schutz vor Gewalt
Dank neuen Rechtsgrundlagen können gewaltbetroffene Personen besser geschützt werden. Heute treffen sich in Anwesenheit von Bundesrätin Karin Keller-Sutter in Bern über 340 Fachpersonen an der «Nationalen Konferenz Gewalt» zu einem Austausch über die straf- und zivilrechtlichen Anpassungen. Ein Schwerpunkt bilden Kinder, die von Gewalt mitbetroffen sind. Weitere Schwerpunkte der Konferenz sind die elektronische Überwachung und Lernprogramme für gewaltausübende Personen.
18. Juni 2021
Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt: Schweiz legt ersten Staatenbericht vor
In ihrem ersten Bericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention fasst die Schweiz ihr Engagement im Bereich der Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zusammen. Der Bundesrat hat den Bericht an seiner Sitzung vom 18. Juni gutgeheissen. Die Bestandsaufnahme betont auch die Bedeutung der Zusammenarbeit von Bund, Kantonen, Gemeinden und Zivilgesellschaft als Voraussetzung einer erfolgsversprechenden Präventionsarbeit.
30. April 2021
Mit vereinten Kräften gegen häusliche Gewalt
Bund, Kantone und Organisationen der Zivilgesellschaft bündeln ihre Kräfte zur Verhütung und Bekämpfung von häuslicher Gewalt. Am Strategischen Dialog "Häusliche Gewalt" vom 30. April 2021 in Bern haben sich auf Einladung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements alle relevanten Akteure im Kampf gegen häusliche Gewalt an einen Tisch gesetzt. Zum Abschluss des Anlasses haben Bund und Kantone eine Roadmap unterzeichnet. Diese enthält konkrete Massnahmen, darunter den Einsatz technischer Mittel oder eine zentrale Telefonnummer für Opfer häuslicher Gewalt.