Elektronisches Betreibungsbegehren im einheitlichen Format

Bern. Seit Mitte Dezember 2007 tauschen die Grossgläubigerin Intrum Justitia AG und das Betreibungsamt des freiburgischen Saanebezirks gegenseitig sämtliche Betreibungsinformationen vollelektronisch nach dem neuen eSchKG Datenstandard aus. Mit dem Projekt eSchKG soll die Übermittlung im Schuldbetreibungs- und Konkurswesen an die heutigen technischen Möglichkeiten angepasst werden.

Jährlich werden in der Schweiz mehr als 2,5 Mio. Betreibungsbegehren gestellt. Rund 2 Mio. stammen von grossen Gläubigerinnen wie Steuerverwaltungen oder Krankenkassen und werden in der Regel per Post eingereicht. In einem Projekt des Bundesamtes für Justiz ist mit dem eSchKG Standard der technische und organisatorische Rahmen geschaffen worden, um Betreibungsdaten zwischen Gläubigerinnen und Betreibungsämtern nach einem einheitlichen Format austauschen zu können.

Der Standard ermöglicht es Gläubigerinnen, Betreibungsbegehren an jedes entsprechend ausgerüstete Betreibungsamt elektronisch einzureichen und in der Folge die Daten des Doppels des Zahlungsbefehls zusätzlich in elektronischer Form zu erhalten. Die dafür nötigen technischen und organisatorischen Infrastrukturen wurden in enger Kooperation mit den führenden Herstellern von Betreibungssoftware (Software für Betreibungsämter) entwickelt. Im Projekt eSchKG arbeiten auch Betreibungsämter sowie Vertretungen von grossen Gläubigerinnen und Infrastrukturlieferanten mit.

Dank der Pionierarbeit der Intrum Justitia AG (Branchenleader im Creditmanagement; Gläubigerin) und des Amtes für Informatik und Telekommunikation des Kantons Fribourg (ITA; u.a. Herstellerin der Betreibungssoftware THEMIS für die kantonalen Betreibungsämter), die beide den eSchKG Standard in ihren EDV Systemen umgesetzt haben, konnte die Qualität des Standards stetig verbessert werden, so dass er heute in einer ersten offiziellen Version vorliegt.

Die beiden Pilotteilnehmer sind nicht nur als erste in der Lage, echte Betreibungsdokumente fehlerfrei auszutauschen. Sämtlicher Betreibungsverkehr zwischen den beiden Pilotparteien wird nun dauerhaft elektronisch abgewickelt.

Nächste Pilotphase

Das Projekt eSchKG wird nun in die nächste Pilotphase überführt. Auch die Software der übrigen Hersteller von Betreibungssoftware wird an den neuen eSchKG Datenstandard angepasst. Mitwirken können auch weitere Gläubigerinnen, die ihre EDV Systeme umrüsten wollen. Das Bundesamt für Justiz zählt dabei auf die Weiterführung der guten Zusammenarbeit mit den Betreibungsämtern, den drei Herstellerinnen von Betreibungssoftware (ITA, Bonimpex AG und Sage Simultan AG) sowie Intrum Justitia AG und weiteren grossen Gläubigerinnen.

Letzte Änderung 17.12.2007

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