Bundesamt für Polizei

Polizeiaktion gegen Kinderpornografie im Internet

Acht Hausdurchsuchungen in sechs Kantonen

Medienmitteilungen, fedpol, 06.05.2004

Im Kampf gegen Kinderpornografie ist in der Schweiz erneut eine koordinierte Polizeiaktion durchgeführt worden. Die gemeinsam von der Bundeskriminalpolizei (BKP) und sechs Kantonen geführte Aktion fand zeitgleich am Mittwoch, 05.05.2004, statt.

In den Kantonen Basel, Basel-Landschaft, Luzern, Neuenburg, St. Gallen und Zürich wurden bei insgesamt acht Personen Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die Personen stehen in Verdacht, Mitglieder von virtuellen Gemeinschaften zu sein und kinderpornografisches Material beschafft und in Verkehr gebracht zu haben sowie zu besitzen.

Die Ermittlungen, die zu der Operation führten, gingen von Italien aus und richteten sich gegen elf virtuelle pädo-kriminelle Gemeinschaften im Internet. Die italienischen Ermittlungsbehörden übermittelten im Sommer 2003 der BKP via Interpol erste Informationen, die auf Bezüge zur Schweiz schliessen liessen. Neben der Schweiz sind weitere 26 Länder betroffen.

Polizeiattaché beschaffte Datenmaterial

Im Herbst 2003 konnte der in Rom stationierte schweizerische Polizeiattaché weiteres umfassendes Datenmaterial in die Schweiz übermitteln. Die Bewertung der rund 12’000 überlieferten Bilder aus den fraglichen Internet-Communities zeigte, dass es sich bei der überwiegenden Mehrheit um Kinderpornografie handelt. Eine hohe Anzahl der Bilder zeigen sexuelle Handlungen mit Kindern.

Im Dezember 2003 organisierte fedpol eine Koordinationssitzung. Dabei wurde mit den betroffenen Kantonen vereinbart, dass die Hausdurchsuchungen bei den verdächtigten Mitglieder gleichzeitig erfolgen sollen.

Die Informationshoheit in kantonalen Belangen liegt bei den zuständigen Behörden der einzelnen Kantone.

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