Verfahrensautomation Justiz (eJustice)

Wirtschaft und Verwaltung haben in den letzten Jahren ihre internen Abläufe weitgehend automatisiert. Im Bereich eCommerce werden mit Business-to-Business-Lösungen die Prozessketten über die Firmen hinweg geschlossen. Der gleiche Schritt steht für den Staat an, was seine Kommunikation mit anderen staatlichen Stellen (z.B. Bund - Kanton), aber auch privaten Firmen und Einzelpersonen betrifft. Dieser wichtige Teil von eCommerce und eGovernment spielt sich im professionellen Bereich und eher unbemerkt vom breiten Publikum ab.

Seit dem 1. Juli 2000 wird das zentrale Strafregister vollautomatisiert vom Bundesamt für Justiz BJ geführt. In verschiedenen Ausbauschritten wird dieses seit 2006 zur kompletten und medienbruchfreien eGovernment-Dienstleistung ausgebaut.

Eine der wichtigsten Anwendungsformen ist die automatisierte Übertragung von strukturierten Dokumenten zwischen den meist unterschiedlichen Systemen der Kommunikationspartner. Medienbrüche, bei denen Daten bei einem System ausgedruckt und im nächsten System wieder eingegeben werden, sollen vermieden werden. Die zu übermittelnden Daten werden automatisch zusammengestellt, übertragen und im Zielsystem direkt weiter verarbeitet.

Pilotprojekt dazu ist das Projekt eSchKG: Das Bundesamt für Justiz BJ hat einen eSchKG Standard entwickelt, mit welchem der elektronische Austausch von Geschäftsdaten im schweizerischen Schuldbetreibungs- und Konkurswesen vereinheitlicht wird: Eine umfassende Dokumentation des Standards ist veröffentlicht unter www.eschkg.ch.

Die meldungsbasierte Kommunikation mit staatlichen Stellen wurde im Projekt GovLink entwickelt. Mit dem GovLink-Framework wurde ein Ensemble von Standards, Techniken und Produkten zusammengestellt, das es ermöglicht, meldungsbasierte Kommunikation zwischen staatlichen Stellen und Privaten effizient, sicher und kostengünstig vorzunehmen. Parallel dazu werden in ausgewählten Bereichen die ersten GovLink-Anwendungen vorbereitet, indem zwischen den beteiligten Stellen ein gemeinsames Geschäftsmodell und die dazugehörigen Meldungen definiert werden.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Open eGov Plattform unter www.openegov.ch.

Pilotprojekt einer GovLink-Anwendung ist das Projekt JusLink. Dieses führt den elektronischen Verkehr zwischen Anwaltschaft und Gerichten sowie zwischen den Gerichten verschiedener Instanzen ein.

Kontakt / Rückfragen
Urs Paul Holenstein, Bundesamt für Justiz, T +41 31 323 53 36, Kontakt