Jugendgewalt

Ausmass, Ursachen und Massnahmen

Worum geht es?

Mitte der 2000er-Jahre liessen mehrere Vorfälle schwerer Jugendgewalt in der Bevölkerung die Befürchtung aufkommen, die Gewaltbereitschaft Jugendlicher habe massiv zugenommen. Die Statistiken erlaubten zwar keinen genauen Aufschluss über das Ausmass der Jugendgewalt, da sie das Dunkelfeld der Kriminalität nicht erfassten. Sie legten aber den Schluss nahe, dass die Gewaltbereitschaft Jugendlicher deutlich angestiegen sei. Um der Jugendgewalt wirksam zu begegnen, hat das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) Lösungsansätze für seinen Zuständigkeitsbereich entwickelt und eine Liste von konkreten Massnahmen für die Arbeit von Polizei-, Strafverfolgungs- und Strafvollzugsbehörden sowie von Migrationsbehörden erarbeitet. Sein Bericht "Jugendgewalt" vom April 2008 versteht sich als Ergänzung des Berichts "Jugend und Gewalt – Wirksame Prävention in den Bereichen Familie, Schule, Sozialraum und Medien", der vom Eidg. Departement des Innern (EDI) erarbeitet und vom Bundesrat am 20. Mai 2009 verabschiedet worden ist.

Basierend auf dem Bericht des Bundesrates starteten Bund, Kantone, Städte und Gemeinden im April 2011 unter dem Namen "Jugend und Gewalt" ein gemeinsames Präventionsprogramm. Das Programm dauerte bis ins Jahr 2015. Ziel war es, die Massnahmen zur Bekämpfung von jugendlichem Gewaltverhalten zu verbessern. Dazu wurden die Vernetzung und Zusammenarbeit, der Wissensaustausch, die wissenschaftliche Begleitung von laufenden Präventionsmassnahmen und die Umsetzung von Modellprojekten gefördert. Das Programm war Teil der kinder- und jugendpolitischen Gesamtstrategie des Bundes. Im Mai 2015 verabschiedete der Bundesrat seinen Bericht "Jugend und Gewalt – Stand der Prävention und Zusammenwirken mit Intervention und Repression".

Nach dem Abschluss des Programms zog sich der Bund wie vorgesehen aus seiner unterstützenden Rolle zurück, da die Gewaltprävention Aufgabe von Kantonen, Städten und Gemeinden ist.

Gemäss der Jugendstrafurteilsstatistik des Bundesamtes für Statistik ist die Anzahl der Urteile mit Gewaltstraftaten (unter anderem Tötungen, Körperverletzungen, Raub und Drohung) seit 2010 insgesamt rückläufig.

Was ist bisher geschehen?

  • Am 3. Juli 2001 nimmt der Bundesrat vom Schlussbericht der Arbeitsgruppe Ausländerkriminalität (AGAK) Kenntnis (Medienmitteilung).
  • Am 29. Juni 2007 schickt das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) den Bericht über Jugendgewalt an interessierte Kreise zur Stellungnahme (Medienmitteilung).
  • Am 11. April 2008 veröffentlicht das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) den bereinigten Bericht. Das EJPD will die im Teil III aufgelisteten Massnahmen in der vorgesehenen Zeit umsetzen sowie in Zukunft alle Massnahmen ergreifen, die es zur Bekämpfung der Jugendgewalt für sinnvoll und möglich hält.
  • Am 25. Mai 2009 verabschiedet der Bundesrat den Bericht "Jugend und Gewalt – Wirksame Prävention in den Bereichen Familie, Schule, Sozialraum und Medien" (Medienmitteilung).
  • Im Juli 2009 wird erstmals ein gesamtschweizerischer Überblick zum Phänomen "Jugendliche Intensivtäter" vorgelegt (Medienmitteilung).
  • Am 24. Februar 2010 verabschiedet der Bundesrat den Bericht "Bandenunwesen. Sensibilisierungskampagne und Anpassung des Strafrechtes" in Erfüllung des Postulats Chevrier 05.3443 (Medienmitteilung).
  • Am 5. April 2011 starten Bund, Kantone, Städte und Gemeinden das gemeinsame Präventionsprogramm "Jugend und Gewalt" (Medienmitteilung).
  • Im Mai 2013 wird eine positive Zwischenbilanz des Nationalen Präventionsprogramms "Jugend und Gewalt" gezogen (Medienmitteilung).
  • Im April 2014 veröffentlicht das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) der Bericht "Kooperationsmodelle in den Bereichen Prävention, Intervention, Repression" (Medienmitteilung).
  • Im Mai 2015 verabschiedet der Bundesrat den Bericht "Jugend und Gewalt – Stand der Prävention und Zusammenwirken mit Intervention und Repression" (Medienmitteilung).

Weitere Infos

nach oben Letzte Änderung 13.05.2015

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