Wissenschaftliche Aufarbeitung

Die wissenschaftliche Untersuchung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen ist ein zentraler Pfeiler des gesamten Aufarbeitungsprozesses. Die aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung gewonnenen Ergebnisse sollen insbesondere dazu beitragen, zu verstehen, weshalb und wie die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen angeordnet und vollzogen worden sind. Es soll auch untersucht werden, welche Auswirkungen sie auf die Betroffenen und ihr Umfeld hatten und auch heute noch haben.

Die Arbeiten der UEK und das NFP sollen aufeinander abgestimmt sein und sich inhaltlich gegenseitig so ergänzen, dass ein umfassendes Bild der verschiedenen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen entstehen kann. Dabei soll auch der Gegenwartsbezug nicht ausgeklammert bleiben.

Das Bundesamt für Justiz hat im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung lediglich gewisse Koordinations- und Förderaufgaben (vgl. Art. 15 Abs. 4). 

Unabhängige Expertenkommission (UEK)

Die unabhängige Expertenkommission (UEK) untersucht die administrativen Versorgungen in der Schweiz und informiert über die Forschungsergebnisse. Die Webseite der UEK vermittelt laufend ein Bild über den Stand der Forschungsarbeiten. Gegenwärtig laufen bereits die Abschlussarbeiten. Der Schlussbericht der UEK soll im Herbst 2019 veröffentlicht werden.

Weiterführende Informationen:

NFP 76 - Fürsorge und Zwang — Geschichte, Gegenwart, Zukunft

Der Bundesrat hat im Februar 2017 den Schweizerischen Nationalfonds SNF mit der Durchführung des Nationalen Forschungsprogramms "Fürsorge und Zwang — Geschichte, Gegenwart, Zukunft (NFP 76)" beauftragt. Dieses NFP soll die Thematik umfassend und mit interdisziplinären Ansätzen untersuchen.

Weitere Informationen lassen sich der Internetseite des NFP 76 entnehmen; Kontaktperson ist die Programm-Managerin des NFP 76, Frau Dr. Stephanie Schönholzer.

Weitere durch die Kantone, Kirchen etc. finanzierte Forschungsprojekte

Beispiele : Rathausen – LU ; Fischingen – TG ; Münsterlingen – TG ; Bätzi – SG; Burghölzli – ZH ; Institut Marini – FR

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte das Sekretariat des Fachbereiches FSZM.

Personen, die im Umfeld der katholischen Kirche Opfer sexueller Übergriffe wurden, können sich wenden an:

nach oben Letzte Änderung 07.01.2019