Wissenschaftliche Aufarbeitung

Die wissenschaftliche Untersuchung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen ist ein zentraler Pfeiler des gesamten Aufarbeitungsprozesses. Die aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung gewonnenen Ergebnisse sollen insbesondere dazu beitragen, zu verstehen, weshalb und wie die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen angeordnet und vollzogen worden sind. Es soll auch untersucht werden, welche Auswirkungen sie auf die Betroffenen und ihr Umfeld hatten und auch heute noch haben.

Die Arbeiten der UEK und das NFP sollen aufeinander abgestimmt sein und sich inhaltlich gegenseitig so ergänzen, dass ein umfassendes Bild der verschiedenen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen entstehen kann. Dabei soll auch der Gegenwartsbezug nicht ausgeklammert bleiben.

Das Bundesamt für Justiz hat im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung lediglich gewisse Koordinations- und Förderaufgaben (vgl. Art. 15 Abs. 4). 

Unabhängige Expertenkommission (UEK)

Im Hinblick auf einen raschen Beginn der Forschungsarbeiten hat der Bundesrat bereits im November 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) eingesetzt, welche die administrativen Versorgungen vor 1981 sowie deren Bezüge zu den übrigen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen untersuchen soll.

Weiterführende Informationen zur Arbeit der UEK:

NFP 76 - Fürsorge und Zwang — Geschichte, Gegenwart, Zukunft

Zusätzlich ist vorgesehen, dass der Schweizerische Nationalfonds SNF mit einem neuen Nationalen Forschungsprogramm "Fürsorge und Zwang — Geschichte, Gegenwart, Zukunft (NFP 76)" beauftragt wird. Dieses NFP soll die Thematik umfassend und mit interdisziplinären Ansätzen untersuchen.

Für weitere Informationen über die Tätigkeit des NFP 76 kontaktieren Sie bitte Frau Stephanie Schönholzer oder besuchen Sie die Internetseite

Weitere durch die Kantone, Kirche etc. finanzierte Forschungsprojekte

Beispiele : Rathausen – LU ; Fischingen – TG ; Münsterlingen – TG ; Bätzi – SG; Burghölzli – ZH ; Institut Marini – FR

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte das Sekretariat des Fachbereiches FSZM.

Personen, die im Umfeld der katholischen Kirche Opfer sexueller Übergriffe wurden, können sich wenden an:

nach oben Letzte Änderung 16.08.2018