"Noni"- Saft : Warnung vor illegalem Schneeball-System

Schlagwörter: Geldspiel

Medienmitteilungen, BJ, 13.08.2001

In der Schweiz ist vor kurzem ein neues Schneeballsystem aufgetaucht, das auf dem Vertrieb des Saftes der sog. "Noni"-Frucht (morinda citrifolia) zu 90 Franken je Liter beruht. Das Bundesamt für Justiz (BJ) rät dringend von einer Teilnahme oder der Weiterverbreitung ab.

An Informationsveranstaltungen werden unter dem eingeladenen Publikum neue "Berater" angeworben, die sich verpflichten müssen, ein Jahr lang jeden Monat vier Flaschen Noni-Saft zu kaufen, die sie nicht weiterverkaufen dürfen, sondern für den Eigengebrauch verwenden müssen. Inklusive Starterkit kostet dies die Neueinsteiger rund 4000 Franken. Wichtiger aber noch ist das Anwerben von neuen Beratern, die ihrerseits wiederum eine neue "Generation" von "Beratern" anwerben sollen etc.

Von jeder Generation der nachfolgenden "Berater" sollen dann nach einem abgestuften Plan "Provisionen" kassiert werden. Das System weist eine pyramidenartige Verkaufsstruktur auf, die darauf ausgelegt ist, dass die Anzahl der Berater lawinenartig anschwillt und die Gelder von den später ins System Einsteigenden auf die früher Eingestiegenen umverteilt werden.

Das System weist nach Auffassung des BJ sehr klare Indizien für ein nach der schweizerischen Lotteriegesetzgebung verbotenes Schneeballsystem auf. Von einer Teilnahme oder der Weiterverbreitung wird deshalb dringend abgeraten. Die Strafandrohung liegt für die Widerhandlung gegen das Lotteriegesetz bei Bussen bis zu 10 000 Franken und/oder Haft bis zu 3 Monaten; zudem können die erzielten Provisionen vom Staat beschlagnahmt und eingezogen werden. Im Kanton Zürich laufen bereits die ersten polizeilichen Ermittlungsverfahren.

nach oben Letzte Änderung 13.08.2001

Kontakt

Kontakt / Rückfragen

Bundesamt für Justiz
T
+41 58 462 48 48
Kontakt