BJ bewilligt Auslieferung von Gerardo Cuomo

Schlagwörter: Auslieferung

Medienmitteilungen, BJ, 28.11.2000

Das Bundesamt für Justiz (BJ) hat die Auslieferung von Gerardo Cuomo an Italien bewilligt. Gegen den Auslieferungsentscheid des BJ kann Cuomo innert 30 Tagen eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht einreichen.

Cuomo war am 10. Mai 2000 in Zürich verhaftet und in Auslieferungshaft versetzt worden. Die italienische Botschaft in Bern übergab am 31. Mai den schweizerischen Behörden das formelle Auslieferungsersuchen, das sich auf einen Haftbefehl vom 21. Oktober 1999 stützt. Die italienischen Behörden werfen ihm Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation sowie Zigarettenschmuggel vor. Cuomo soll ein führender Kopf einer kriminellen Organisation "camorristisch-mafiösen" Typs sein, die in Italien und Montenegro tätig ist und der Waffenhandel, Drogenhandel, Erpressung und Zigarettenschmuggel zur Last gelegt werden. Cuomo wird insbesondere verdächtigt, die Gewinne dieser Organisation in der Schweiz gewaschen zu haben. Zudem soll er mit anderen Personen einen regen Zigarettenschmuggel zu Lasten des italienischen Staates betrieben haben.

Das BJ hat die Auslieferung nur für die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation bewilligt. Zigarettenschmuggel ist ein Fiskaldelikt, wofür gemäss Rechtshilfegesetz keine Auslieferung möglich ist. Die italienischen Behörden werden demnach Cuomo nicht wegen Zigarettenschmuggels belangen können.

Seit dem 6. August befindet sich Cuomo im Tessin in Untersuchungshaft. Das Tessiner Strafverfahren hat grundsätzlich Vorrang. Der Vollzug der Auslieferung wird deshalb frühestens erfolgen, wenn die im Rahmen des kantonalen Strafverfahrens angeordnete Haft aufgehoben worden ist.

nach oben Letzte Änderung 28.11.2000

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