Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

Fortschritte im Fall von Franziska Egli erzielt

Schweizer Delegation auf Barbados

Medienmitteilungen, EJPD, 07.03.2002

Bern/Bridgetown, 7.3.2002. Die auf Barbados inhaftierte Schweizerin Franziska Egli soll gemäss den Zusicherungen der barbadischen Behörden noch in der ersten Jahreshälfte zur Verbüssung ihrer Reststrafe in die Schweiz überstellt werden.

Im Zusammenhang mit den Bemühungen der Schweiz, mit Barbados eine Überstellungsvereinbarung für verurteilte Strafgefangene abzuschliessen, hat am Montag und Dienstag eine Schweizer Delegation den karibischen Inselstaat besucht. Die Delegation setzte sich zusammen aus Heinrich Koller, Direktor des Bundesamtes für Justiz, und Markus Börlin, stv. Chef der Politischen Abteilung VI des EDA. Sie traf vor Ort Abklärungen zum Stand des Falles von Franziska Egli und führte Gespräche mit der Justizministerin Mia Mottley und hochrangigen Vertretern des Innen- und des Aussenministeriums von Barbados sowie mit den diplomatischen Vertretungen von Grossbritannien und Kanada, die ebenfalls Überstellungsvereinbarungen mit Barbados aushandeln wollen.

Wie die barbadischen Behörden der Schweizer Delegation erklärten, fällte letzte Woche eine hochrangige interministerielle Arbeitsgruppe im Hinblick auf den Besuch der Schweizer Delegation zur Frage der Überstellung ausländischer Strafgefangener in ihren Heimatstaat einen positiven Grundsatzentscheid. Gemäss Auskunft der barbadischen Behörden wird das Kabinett auf Antrag des Justizministeriums voraussichtlich im April beschliessen, mit der Schweiz und den anderen betroffenen Staates Überstellungsvereinbarungen abzuschliessen. In einem zweiten Schritt werden die barbadischen Behörden über die konkreten Einzelfälle entscheiden. In Anbetracht der intensiven schweizerischen Bemühungen haben die barbadischen Behörden in Aussicht gestellt, den Fall von Franziska Egli vorzuziehen und mit der Schweiz noch in der ersten Jahreshälfte eine entsprechende Vereinbarung zu treffen.

Am Ende ihres Aufenthaltes auf Barbados konnte die Schweizer Delegation Franziska Egli im Gefängnis besuchen. Die Luzernerin war 1997 wegen eines Drogendelikts zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Sie wird seither von der Schweizerischen Botschaft in Caracas sowie vom schweizerischen Honorarkonsul auf Barbados konsularisch betreut.

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