Der Lotteriemarkt in der Übersicht
In der Schweiz wird mit den von den Kantonen bewilligten Lotterien jährlich ein Bruttospielertrag (Summe aller Spieleinsätze minus Gewinnauszahlungen an die Spieler) von rund 900 Millionen Franken erwirtschaftet. Umgerechnet auf die Wohnbevölkerung der Schweiz entspricht dies einem Pro-Kopf-Anteil von rund 110 Franken. In diesen Zahlen nicht berücksichtigt (weil von der schweizerischen Lotteriestatistik nicht erfasst) sind die in den meisten Kantonen der Schweiz unter dem Begriff der sog. "Lottos" zahlreich veranstalteten kleinen Lotterien (Bingos) sowie die Tombolas.
Herkömmlicherweise werden die sog. Grosslotterien (Lotterieplansummen von über Fr. 100'000.-) von den Kleinlotterien (Plansummen < Fr. 100'000.-) unterschieden.
- Grosslotterien werden in der Schweiz ausschliesslich von den beiden grossen, von den Kantonen beherrschten Lotterieveranstaltern Swisslos (Interkantonale Landeslotterie; sie deckt gebietsmässig die deutschsprachigen Kantone sowie den Kanton Tessin ab) und Loterie Romande angeboten (Westschweizer Kantone). Das Angebot an Grosslotterien ist im Wesentlichen vergleichbar mit demjenigen im übrigen Europa. Es umfasst im Wesentlichen die Zahlenlotterien (v.a. Schweizer Zahlenlotto, EuroMillions) sowie eine Fülle von verschiedenartigen Aufreiss- und Rubbellosen. Die Spiele werden über verschiedene Distributionskanäle abgesetzt (d.h herkömmlich, z.B. an Kiosken, in Poststellen, Tabakwarenläden, Gastronomiebetrieben, z. T. aber auch online über das Internet oder via Handy.).
- Kleinlotterien (Lotterieplansummen unter Fr. 100'000.-) haben nur eine beschränkte geographische Ausdehnung (lokal, regional oder ggf. kantonal) und werden in der Regel von kleineren Veranstaltern (Vereinen) im Rahmen verschiedenster Vorhaben oder Anlässe angeboten und dienen zu deren Finanzierung und/oder Attraktivierung. Pro Jahr werden gemäss Lotteriestatistik etwa 350 Bewilligungen für Kleinlotterien ausgegeben, mit denen insgesamt ca. 3,5 Mio. Franken umgesetzt werden. Sehr beliebt und in Teilen des Landes weit verbreitet sind die traditionellen Lottos (Bingospiele). Deren Gewinne bestehen, entsprechend dem jeweiligen kantonalen Recht, in Sach- oder auch in Geldpreisen. Deren Gesamtumsatz beträgt geschätzt 100 – 150 Mio. Franken pro Jahr. Schliesslich werden vor allem im Rahmen von kleineren Vereinsanlässen so genannte Tombolas veranstaltet, die ausschliesslich dem kantonalen Recht unterstehen. Deren Gewinne dürfen nur in Sachgewinnen bestehen.
