Kriegsverbrecherin an Kroatien ausgeliefert
Medienmitteilungen, BJ, 16.11.2001
Die Schweiz hat heute eine Kriegsverbrecherin an Kroatien ausgeliefert. Zwei kroatische Polizisten flogen am Vormittag mit der Frau von Zürich nach Zagreb ab.
Die am 1. November 2001 in Zürich auf Anordnung des Bundesamtes für Justiz (BJ) verhaftete kroatische Staatsangehörige serbischer Abstammung war 1998 vom Gericht in Zadar wegen Verbrechen gegen die Menschheit zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach dem vorliegenden Urteil hatte sie zusammen mit anderen Tätern 1991 während der kriegerischen Ereignisse in Kroatien nach der Einnahme des Dorfes Skabrnje grösstenteils Frauen und alte Menschen, die keinen Widerstand leisteten, aus ihren Verstecken geholt und anschliessend 43 Personen umgebracht. Die Opfer wurden teilweise erschossen, teilweise mit Panzern überfahren.
Die 1998 Abwesenheit verurteilte Frau bezeichnete sich während ihrer Anhörung als unschuldig und forderte eine neue Beurteilung ihres Falles. Sie verzichtete jedoch auf die Durchführung eines formellen Auslieferungsverfahrens und verlangte die vereinfachte Auslieferung an Kroatien. Das BJ bewilligte diese Auslieferung, nachdem die kroatischen Behörden bestätigt hatten, dass sie die Frau ausschliesslich wegen der im Ersuchen erwähnten Straftat in Haft behalten werden (Grundsatz der Spezialität) und dass ein neuer Prozess bei Abwesenheitsurteilen rechtlich möglich ist.
Die 1998 Abwesenheit verurteilte Frau bezeichnete sich während ihrer Anhörung als unschuldig und forderte eine neue Beurteilung ihres Falles. Sie verzichtete jedoch auf die Durchführung eines formellen Auslieferungsverfahrens und verlangte die vereinfachte Auslieferung an Kroatien. Das BJ bewilligte diese Auslieferung, nachdem die kroatischen Behörden bestätigt hatten, dass sie die Frau ausschliesslich wegen der im Ersuchen erwähnten Straftat in Haft behalten werden (Grundsatz der Spezialität) und dass ein neuer Prozess bei Abwesenheitsurteilen rechtlich möglich ist.
